AI, das erste Schriftzeichen bedeutet mit dieser Lesung als Verbkonjugation von "au":
in Übereinstimmung bringen, harmonieren, übereinstimmen, richtig gehen, stimmen, sich vereinigen .
Es bedeutet aber nicht, wie so oft fälschlich übersetzt, Liebe, die zwar auch mit AI übersetzt werden kann, aber ein ganz anderes Schriftzeichen hat.
KI bedeutet Energie, Absicht, Aufmerksamkeit, Bewusstsein, Geist, Seele, Gefühl, Stimmung und hat im Japanischen eine unglaubliche Vielfalt an Verwendungen.
AIKI als zusammengesetztes Hauptwort ist einerseits ein Terminus technikus der Synchronisation oder synchron bedeutet.
Im Budo taucht dieser Begriff erstmalig bei einigen Schwertschulen, aus denen sich dann Aikido entwickelte, als technischer Begriff auf. Andererseits bietet Aiki auf Grund der Vieldeutigkeit seiner 2 Komponenten wie so oft in Asien üblich reichlich Interpretationsspielraum. Daher gibt, wie in der japanischen Denkweise 3 Interpretationsebenen:
die materielle: Als die Synchronisation mit der gegnerischen Kraft.
die menschliche: Empathie, Einfühlungsvermögen
die transzendente: als MUSUBI(=Verknüpfen)-AIKI vom Begründer des Aikido verwendeter Begriff, die Verbundenheit aller Lebewesen zu betonen.
DO ist das Schriftzeichen für Weg und wird im Budo seit der Edo-zeit dazu benutzt um zu zeigen dass sich eine Kampfkunst vom Jitsu, der reinen Kampftechnik, zu einem umfassenderen und friedlicheren Konzept für das Leben des Einzelnen gewandelt hat.
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Aikido gehört zu den Budo genannten japanischen Kampfkünsten. Man kann es als eine Sonderform des Jiujitsu betrachten. Aikido besteht ebenfalls aus Wurf- und Hebeltechniken, versucht aber durch brechen des Gleichgewichts und weniger durch Schmerz zu konrollieren. Als effektive Selbstverteidigung ist es äusserst schlecht geeignet, da die wirkliche Beherrschung sehr lange dauert .
Obwohl Aikido erst nach dem 2. Weltkrieg in seine heutige Form gebracht wurde, gehört es zum Formenkreis des Kobudo (wie z.B. Kenjitsu und andere alte japanische Waffenschulen; ko = alt, bu = kampf, do = Weg). Das bedeutet, dass es im Gegensatz zum Shinbudo (wie z.B. Judo und Kendo; shin = neu)) keine sportlichen Wettkampf gibt. Stattdessen wird nach dem das klassische Uchitachi-Shitachi-Pinzip (Schüler-Lehrer-Prinzip) in Kata-ähnlichen Abläufen gelehrt.
Der Grund dafür ist einerseits philosophischer Natur (z.B. die Integrität des anderen sowie des eigenen Körpers als oberstes Gebot); andererseits technisch und kulturell bedingt, in dem die Formenvielfalt der Aikidotechniken unverändert erhalten bleiben soll. Würde man es, wie es z.B. bei Judo der Fall war, es zu einer Wettkampfsportart modifizieren, verändert man durch die Wettkampfregeln (Verbote gefährlicher Techniken oder ganze Angriffsarten) die Technik derart, daß sie ihre ursprünglichen Sinn verlieren. Beispiel dafür wäre bei Judo die frontale Art sich gegenüberzustehen, da Tritte in die Genitalien im Regelwerk nicht vorgesehen sind und daher auch nicht in der Deckung berücksichtigt werden müssen.
Aikido befasst sich eingehend mit den grundlegenden Gegebenheiten und Kategorien, im Aikido Prinzipien genannt, die in allen Kampfsituationen im weitesten Sinne vorkommen (Abstand, Relativpositionen und andere räumlich-zeitliche Probleme), die aber nicht wie im Physikunterricht im Kopf oder am Papier, sondern körperlich-intuitiv gelernt werden müssen. Es gilt die menschliche Biomechanik (Freiheitsgrade der Gelenke,...) optimal kombativ auszunutzen.
Weiterführend sei hier ein bemerkenswerter Artikel von Bruno Gonzales über die Bedeutung von Aikido erwähnt:
The power of Intention.
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Obwohl AIKIDO heute eine unbewaffnete Kampfkunst ist, so entstand es doch aus einer Schwertschule. Die Daitoryu war eine von der Familie Takeda tradierte Schwertschule die mit dem Daitoryu-Jujutsu auch eine unbweaffnete Kampfkunst-Linie besaß. Besonders in der EDO-Zeit wurde dies wichtig, da bewaffnete Auseinandersetzungen mit anderen Clans wegen der zu befürchtenden Restriktionen von Seiten des Shogunats (Enteignung und befohlener Selbstmord) unbedingt zu vermeiden waren. Um sich nicht umstellen zu müsssen basierte dieses Juijitsu genialerweise auf den selben Bewegungen wie die Schwertschule (Dies hat zur Folge, dass man beim Aikido in den Kategorien des Schwertkampfes denkt; wie z.B. schneiden des Gegners).
Einer der letzten, der am Ende des Samuraizeitalters diese Schule erlernte, war Takeda Soukaku. Er unterrichtete den Begründer des späteren Aikido, Ueshiba Morihei (1883-1969). Dieser entwickelte die Daitouryu weiter. Nach dem 2. Weltkrieg nannte er sie nach einer weitläufigen Spiritualisierung AIKIDO. Eigene Entwicklungen sind Iriminage und Kokyonage. Für genauere Informationen über die Entstehung des Aikido aus der Daitoryu siehe
Dr. Fritz Kemmlers Homepage.
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Aikido ist sich auf spiralförmigen Bahnen zu bewegen und in HANMI zu enden" (Osensei UESHIBA)
HANMI heisst wörtlich halber Körper. Es ist damit die im Aikido typische Körperstellung gemeint, bei der auf Grund einer schräg gestellten Hüfte eine Seite weiter vorne ist; ähnlich wie beim Boxen die "Auslage". Jedoch ist der Zweck anders als beim Boxen (bei dem man durch sie Auslage seine bessere Körperhälfte mehr zum Einsatz bringen will):
Das Hanmi kommt von den Japanischen Schwertschulen, bei denen man versucht seine Angriffsfläche zu minimieren und die möglichen Angriffsziele auf eine Körperhälfte zu beschränken. Dies reduziert die sinnvollen Möglichkeiten. Anders als im Boxen wechselt das Hanmi während einer Aikidotechnik öfters die Seite. Dies führt dazu, das die starke Seite schwach und die schwache Seite stark wird (Yin und Yang oder jap. IN YO), wann immer damit nicht gerechnet wird. Ein weiterer Vorteil von Hanmi ist, dass in schräge Schwertschnitte (Kesagiri, auf denen die meisten Aikidobewegungen aufbauen) wesentlich an Dynamik gewinnen.
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IRIMI bedeute "in den Körper hinein", ein Ausdruck, der vom Gebrauch des Yari (Speer) kommt, und das Durchdringen des Körpers meint. Im Aikido wird diese Vorstellung abstrahiert: In jeder Technik gibt es einen essentiellen Punkt bei dem man die räumliche Position des Uke durchdringt. Dies wird als IRIMI bezeichnet. Meistens dient er dazu das Gleichgewicht entgültig zu brechen. Bei den zum Aikido gehörenden Stocktechniken (Aikijo) ist die ursprüngliche Bedeutung erhalten.
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Uke: der Empfangende
Tori: der Zugreifende
Dies ist Die Rollenverteilung im Aikido, die wiederum mit dem Uchitachi-Shitachi-Prinzip korrespondiert. Uke übernimt die Rolle des Angreifers. Tori übt die eigentliche Aikodotechnik. Beide sind gleich wichtig um im Aikido Fortschritte zu machen und brauchen die gute Performance der anderen um Fortschritte zu machen und zu verstehen. Normalerweise wechsen Uke und Tori nach viermaliger Technik.
Uke:
In Japan wird nicht viel über die Aufgaben des Uke gesprochen. Dort lernt man sie, indem man zum Vorzeigen als Uke genommen wird. Wenn man den Vorstellungen des Sensei nicht entspricht, wird man eben nicht mehr genommen bis man sich verbessert hat. Die Uke-Rolle ist aber für das Verständnis des Aikido extrem wichtig. Man braucht als Uke Verständnis für alle Prinzipien des Aikido wie MAAI (Abstand), SHISEI (Körperhaltung) und RIAI (Logik der Technik); sowie das Wissen um einen richtigen Angriff (Halte- und Schlagtechniken) und den richtigen Körperumgang, wenn man eine Aikidotechnik apliziert bekommt (UKEMI). Man muß die idealen Vorraussetzungen zum Begreifen der Techniken bieten ohne die Technik oder ihre Verhinderung vorweg zu nehmen.
Tori:
Tori ist derjenige, der die Aikidotechnik durchführt. Er hat somit auch die Verantwortung für denjenigen, der Uke ist. Auch hier arbeitet man daran, alle Prinzipien zu beachten und sich dabei auf verschiedene uke einzustellen.
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